KI bei IT Entscheidungen: Risiko oder Effizienz Boost

Feb, 10 2026
KI bei IT Entscheidungen: Risiko oder Effizienz Boost

KI macht es heutzutage vermeintlich so einfach wie nie zuvor, sich mit wenigen Prompts hochkomplizierte IT Lösungen auszugeben, Vergleichstabellen unterschiedler Lösungen zu erstellen, Bewertungen auszugeben oder Empfehlungen einzuholen. Hier entsteht schnell der Eindruck, dass jeder, ohne Vorkenntnisse und auf Basis der KI Antworten, fundierte Entscheidungen treffen kann.

 

Genau hier entsteht für Unternehmen ein ganz neues Risiko: Wenn jeder auf einem Gebiet als Experte gilt, der Lösungen evaluiert, die von der KI vorgeschlagen werden, ohne die betriebliche Infrastruktur und reale Bedingungen zu berücksichtigen, kann dies schnell zum Sicherheitsrisiko werden.

 

KI gestützte Bewertungen beruhen dabei häufig auf Annahmen. Lösungen können nur vollumfänglich und realistisch bewertet werden, wenn sie im Gesamtkontext bewertet werden. Eine Lösung kann isoliert betrachtet genau die Bedürfnisse einer Organisation erfüllen.

 

In der Praxis ist sie aber nur ein Teil der gesamten IT-Infrastruktur. So kann solch eine Lösung oftmals scheitern, sei es da sie Inkompatibel mit der Architektur der eingesetzten Infrastruktur ist, zu teuer in der Administration, unpraktikabel für den Endanwender oder unsicher.

 

KI liefert oft schnelle Antworten, die die Komplexität der gesamten IT-Infrastruktur vernachlässigen.

 


Eine fundierte Bewertung setzt dabei voraus, dass alle Parameter und Rahmenbedingungen der betrieblichen Infrastruktur detailliert dargelegt werden. Entscheidend ist, welches Problem gelöst werden soll und welche Bedrohungen für die Organisation realistisch sind. 

 

Die Grundprinzipien der IT Sicherheit – Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität sollten immer als Anhaltspunkt für Prüffragen dienen:

 

Wie sichert die Lösung die Verfügbarkeit eines Dienstes und wie kann die Wiederherstellung von Daten oder Diensten im Verlustfall garantiert werden? Was passiert beim Verlust von Geräten oder Sicherheitsvorfällen und wie sind Lösungen abgesichert? 

 

Ein weiterer Punkt ist der administrative Aufwand: Eine Lösung sollte im besten Fall, einmal eingerichtet, so wenig administrativen, manuellen Aufwand wie möglich nach sich ziehen.

 

Die Exit-Fähigkeit einer Lösung sollte ein wichtiges Bewertungskriterium darstellen: Wie abhängig macht eine Lösung vom Hersteller oder einer Plattform?  Wie bekomme ich als Unternehmen meine Daten wieder raus. Zugegebener Maßen: Solange alles nach Plan läuft dürfte sich diese Frage für die meisten Entscheider nicht stellen.

 

Doch was passiert, wenn Preise steigen, Verträge enden oder strategische Entscheidungen des Unternehmens neue Lösungen erfordern? Eine resiliente Lösung zeichnet sich stets davon aus, dass das Unternehmen die Kontrolle und die Hoheit über seine Daten und Systeme besitzt.

Ohne echtes Fachwissen macht KI niemanden zum IT-Experten, was zu risikoreichen Fehlentscheidungen führen kann.

Fazit: IT-Lösungen lassen sich nicht allgemein als richtig oder falsch bewerten, da diese im Gesamtkontext von Experten bewertet werden sollten. Wer Entscheidungen auf Basis von KI-Antworten trifft, ohne diese mittels entsprechendem Fachwissen und Praxiserfahrung, kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, geht unnötige Risiken ein. Richtig angewendet, kann KI hier als Werkzeug für mehr Effizienz genutzt werden, jedoch nur wenn sie mit den richtigen Informationen gefüttert wird und die reele Bedingungen und Parameter als Basis genutzt werden.

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